Eine kürzlich im Fachmagazin  “Annals  of Internal Medicine¹” veröffentlichte Studie legt den Verdacht nahe, dass eine Nahrungsergänzung durch Vitamin D und Kalzium das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen könnten.

Fast die Hälfte aller Deutschen nimmt Nahrungsergänzungsmittel gelegentlich oder regelmäßig ein. Bei den meisten davon ist ein medizinischer Nutzen zwar umstritten, starke Nebenwirkungen oder gar schädliche Effekte erwarten aber die wenigstens. Doch gehen auch von bisher als “harmlos” geltenden Nahrungsergänzungsmitteln unter Umständen auch ernste Risiken aus.

Nahrungsergänzungsmittel sind auch in den USA beliebt: 43% nehmen regelmäßig  Kalzium  und 37% Vitamin D ein.

Wofür wird Kalzium benötigt?

Knapp 99% des im Körper befindlichen Kalziums ist in den Zähnen und Knochen eingelagert. Zusätzlich spielt es eine Rolle bei der Blutgerinnung, der Kontraktion von Muskeln sowie der Knochengesundheit.

Der tägliche Bedarf von Kalzium bei Frauen unter 50 liegt bei 1000 Milligramm, der Bedarf bei Frauen über 50 liegt sogar bei 1200 Milligramm, so berichtet die National Osteoporosis Foundation in den USA.

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Möchte man sich kalziumreich ernähren, empfiehlt es sich pro Tag drei Portionen Milch oder Milchprodukte, zum Beispiel 200ml Milch, 170g Joghurt oder auch 200g Hüttenkäse zu sich zu nehmen. Aber auch Gemüse kann Kalzium enthalten, als besonders kalziumreich gelten Mangold, Brokkoli, Spinat sowie Kohl.

Um auf 1000mg Kalzium zu kommen, kann man beispielsweise folgendes zu sich nehmen:

  • 50g Gouda
  • 250g fettarmer Joghurt
  • 200g Brokkoli
  • ein Liter kalziumreiches Mineralwasser.

Wofür wird Vitamin D benötigt?

Vitamin wird auch das “Sonnenvitamin” genannt, denn es wird im Körper besonders bei Sonneneinstrahlung produziert. Es ist wichtig für die Gesundheit der Knochen, die Funktion der Muskeln und das Immunsystem. Zusätzlich wird vermutet, dass Vitamin D Tumoren vorbeugen¹ kann sowie das Risiko an Multipler Sklerose oder Rachitis zu erkranken senkt.

Der tägliche Bedarf von Vitamin D liegt laut Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 20 µg.

Um genügend Vitamin D natürlich zu sich zu nehmen gibt zwei Möglichkeiten. Entweder ein Spaziergang an der frischen Luft mit etwas Sonne, oder eine Ernährung mit besonders Vitamin-D-haltigen Lebensmitteln. Dazu zählen besonders fette Fische wie Lachs, Hering oder Aal oder auch rohe Champignons, Pfifferlinge oder Steinpilze. Wer weder Fisch noch Gemüse mag, kann auch mit Gouda, Emmentaler oder Schmelzkäse Vitamin-D über die Nahrung zu sich nehmen.

Was sagt die Forschung zur Ergänzung von Vitamin D und Kalzium?

Seit einigen Jahren steht die kombinierte Einnahme von Vitamin D und Kalzium schon im Fokus von Studien und Wissenschaftlern. Denn gerade diese Kombination wird zur Vorbeugung von knochenbedingten Erkrankungen wie Osteoporose gerne eingenommen.

Laut der oben erwähnten Studie steht die Kombination von Vitamin D und Kalzium in Verdacht das Risiko eines Schlaganfalles zu erhöhen. Dies ist eine von verschiedenen Schlussfolgerungen, die in der Studie angestellt werden.

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Dabei wurden insgesamt 9 systematische Reviews sowie 4 RCTs für die Studie neu bewertet und zusammengefasst.

Soll man Kalzium und Vitamin D nun weiter nehmen, oder absetzen?

Ist das Kalzium und Vitamin D von einem Arzt verschrieben worden, sollte es nicht unmittelbar abgesetzt werden. Eine Rücksprache zu welchem Zweck die Kombination verschrieben wurde ist immer dringend angeraten.

Werden Vitamin D und Kalzium jedoch ohne ärztlichen Rat und aus eigenem Antrieb eingenommen, ist es sehr sinnvoll sich zur einer weiteren Einnahme ärztlich beraten zu lassen.

Eine Steigerung der Aufnahme von Vitamin D und Kalzium über Lebensmitteln sollte, wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln, immer einer Supplementierung vorgezogen werden.

Quellen:

¹ https://annals.org/aim/article-abstract/2737825/effects-nutritional-supplements-dietary-interventions-cardiovascular-outcomes-umbrella-review-evidence

² Bjelakovic G et al. (2014): Vitamin D supplementation for prevention of cancer in adults. Cochrane Database SystRev. ;6:CD007469. DOI: 10.1002/14651858.CD007469.pub2.

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