Rimegepant bei Migräne

Migräne ist, Statistiken nach, die wahrscheinlich dritthäufigste Krankheit weltweit, dabei betrifft sie Frauen häufiger als Männer. In Deutschland betrifft Migräne etwa 18% der Frauen, aber nur 6% der Männer.

Aus diesem Grund ist der Bedarf an neuen Medikamenten gegen Migräne sehr hoch. Eines dieser neuen Medikamente hat sich in einer Phase-3-Studie sehr erfolgreich gezeigt, die Ergebnisse dazu wurden vor wenigen Tagen im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Das Fachmagazin veröffentlichte die Ergebnisse einer Phase-3-Studie für ein Medikament namens Rimegepant. Die 1186 Teilnehmer der Studie, davon etwa 90% Frauen, wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine erhielt das Medikament, die andere Gruppe lediglich ein Placebo. Bei der Einnahme während einer Migräneattacke waren knapp 20% der Frauen die Rimegepant eingenommen hatten nach zwei Stunden beschwerdefrei, in der Kontrollgruppe waren dies lediglich 12%. Allerdings ist Rimegepant auch nicht frei von Nebenwirkungen. Jeweils unter 2% der Teilnehmerinnen berichteten von Übelkeit oder eine Harnwegsinfektion nach der Einnahme.

Rimegepant sicherer bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Laut der Studie könnte Rimegepant eine Option sein, Menschen mit Migräne zu behandeln, die gleichzeitig Probleme mit dem Herzen haben. Denn die Standardbehandlung, die oft auf Triptanen basiert kann bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen risikoreich sein. Laut Studie verengt Rimegepant nicht die Blutgefässe, wie es bei Triptanen der Fall ist.

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Die Gruppe der Menschen, die unter Migräne leiden und die gleichzeitig aufgrund einer Herz-Kreislauferkrankung keine Triptane einnehmen dürfen ist überraschend groß. Schätzungsweise 10% der von Migräne betroffenen leiden auch unter einer Herz-Kreislauferkrankung und dürfen daher Triptane nur sehr bedingt oder gar nicht einnehmen.

Rimegepant könnte daher für die Patientengruppe eine wichtige Option in der Behandlung sein, jedoch muss die Sicherheit des Medikamentes bei Herz-Kreislauferkrankungen noch weiter untersucht werden. Dies und die Untersuchung der Langzeitfolgen der Einnahme sind zwingend erforderlich, bevor eine Zulassung erfolgen kann.

So wird Migräne momentan behandelt

Migräne ist eine chronische Erkrankung, die bisher nicht heilbar ist. Bei der Therapie setzt auf verschiedene Optionen um Migräne-Attacken vorzubeugen und akute Migräne zu behandeln.

Die Vorbeugung bei Migräne kann durch Entspannungstherapien, regelmäßige Mahlzeiten und das meiden von bestimmten Migräne-Auslösern erfolgen. Bekannte Auslöser sind zum Beispiel Stress, Rotwein oder auch ein Ungleichgewicht der Hormone. Koffein kann ein Trigger sein, bei einigen Patienten aber auch die Migräne lindern oder ihr vorbeugen.

Weitere Migräne-Auslöser sind:

  • Klima und Wetter,
    • insbesondere extreme Wetterlagen, plötzliche Änderungen der Temperatur oder Luftfeuchtigkeit sowie schwüles, extrem warmes Wetter
  • Körperliche Anstrengung,
    • starke sportliche Beanspruchung oder Belastung bei der Arbeit
  • Nahrungsmittel oder Alkohol
    • insbesondere Rotwein  (roter Farbstoff der Trauben), Käse, stark verarbeitete Lebensmittel wie Wurst oder Fertiggerichte, Käse oder Zitrusfrüchte
  • mangelnder Schlaf,
  • Verhütungsmittel & Periode,
    • die Einnahme der Antibaby-Pille kann Migräne unter Umständen verschlimmern. Hier kann ein Umstiege auf eine Verhütungsmethoder mit einem nur geringen Anteil an Östrogen helfen.

Bei leichten bis mittleren Schmerzen werden in der Behandlung of rezeptfreie Wirkstoffe wie Aspirin (Acetylsalicylsäure) oder nicht steroidalen Antirheumatika eingesetzt. Dabei sollte Brausetabletten bevorzugt werden, da bei diesen die Wirkung besonders schnell einsetzt.

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Bei vielen Patienten mit Migräne sind diese Mittel jedoch zu schwach, daher wird bei starken Schmerzen oft auf verschreibungspflichtige Triptane zurückgegriffen. Diese dürfen jedoch nicht zu häufig angewandt werden und sind bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen oft nicht möglich.

Was sind Triptane?

Zu den Triptanen gehören Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan. Sie sind sehr gut erforscht und werden oft bei der Akut-Therapie von Migräne eingesetzt. Triptane wirken nicht nur gegen Schmerzen, sondern auch die bei Migräne oft auftretende Übelkeit und Erbrechen. Sie wirken ähnlich wie das körpereigene Serotonin regulierend auf die Weite der Blutgefässe. Durch deren Verengung im Gehirn  wird der Migräneanfall unterbrochen. Zusätzlich hemmen Triptane die Fortleitung der Schmerzimpulse. Triptane wirken am besten, wenn der Migräneanfall gerade beginnt, entfalten aber auch später noch Ihre Wirkung.

 

 

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