Orthomolekulare Medizin, das ist „die Erhaltung guter Gesundheit und Behandlung von Krankheiten durch die Veränderung der Konzentrationen von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.“ So definiert sie ihr Begründer und Träger des Chemie- und Friedensnobelpreises, Prof. Dr. Linus Pauling. Dieser legte bereits 1968 das Fundament für die Verbindung von Medizin und Ernährungswissenschaft. Laut Pauling wären die offiziellen Empfehlungen für eine optimale Nährstoffzufuhr durch Fachgesellschaften zwar geeignet, einem Nährstoffmangel vorzubeugen, jedoch nicht für die Prophylaxe und Behandlung von Krankheiten. Dafür sei es notwendig, eine bedarfsorientierte, individuelle Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Fokus der orthomolekularen Medizin liegt deshalb auf der Vermeidung und Behandlung von Krankheiten durch eine individuelle Dosierung von Vitaminen und Mineralstoffen.

Wer braucht zusätzliche Vitalstoffe?

Kurz gesagt: alle. Denn bei der orthomolekularen Medizin wird davon ausgegangen, dass der Vitalstoffbedarf bei den meisten Menschen selbst bei einer ausgewogenen Ernährung nicht gedeckt wird; besonders bei Erkrankungen ist der Bedarf häufig so erhöht, dass er nur schwer über die Nahrung abgedeckt werden kann. Experten für orthomolekulare Ernährung, wie der Ernährungsberater und Psychologe Richard Hartman von HappyHealthy.de, vertreten die Annahme, dass durch die industrielle Lebensmittelherstellung eine ausreichende Vitalstoffversorgung unmöglich ist.

Laut der orthomolekularen Medizin ist demzufolge ein biochemisches Ungleichgewicht dieser Stoffe krankheitsauslösend bzw.  eine daraus resultierende Stoffwechselstörung und Schwächung des Immunsystems. Aus diesem Grund ist die Zufuhr zusätzlicher Vitalstoffe unbedingt nötig. Zu den in der orthomolekularen Medizin verwendeten Vitalstoffen zählen dabei vor allem Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme, Aminosäuren und essenzielle Fettsäuren. Dabei ist ein wichtiger Grundsatz, dass lediglich Stoffe verwendet werden, die bereits in derselben, chemischen Form im Körper vorkommen oder in biologisch aktive Formen konvertiert werden können. Außerdem ist nicht nur die jeweilige Konzentration der einzelnen Stoffe von Bedeutung, sondern auch ihr Verhältnis zueinander.

Orthomolekulare Medizin zur Krankheitsbehandlung

Ein Bespiel für die orthomolekulare Krankheitsbehandlung findet sich in Paulings Buch How to Live Longer and Feel Better. Hier wird die Behandlung von Diabetes mellitus beschrieben. Bei dieser krankhaften Störung des Zuckerstoffwechsels ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel zu senken, da ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel zu Organ- und Gefäßschäden führen kann. Dies geschieht häufig durch eine Behandlung mit Insulin, welches allerdings subkutan injiziert werden muss. Orthomolekulare Behandlungsansätze berichten von einer Senkung des Insulinbedarfs durch eine erhöhte Gabe von Vitamin C.

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Auch bei anderen Krankheiten konnte durch eine gesteigerte Aufnahme dieses Vitalstoffes eine erhebliche Verbesserung nachgewiesen werden, darunter auch solche, bei denen ein Zusammenhang zunächst nicht offensichtlich erscheint, wie Schizophrenie, kardiovaskuläre Erkrankungen oder Krebs. Dennoch kämpft die orthomolekulare Medizin noch immer um Anerkennung. „Beweisbar wirksame Krankheitspräventionen und Therapien mit natürlichen Molekülen gibt es. Nur ist darüber in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diese Wissenslücken zu schließen. Es scheint in Vergessenheit geraten zu sein, dass ärztliches Handeln in erster Linie der Gesunderhaltung der Bevölkerung dienen sollte.“ schreibt der Präsident der deutschen Gesellschaft für orthomolekulare Medizin, Dr. med. Bernhard G. Welker. Und weiterhin: „Die Deutsche Gesellschaft für Orthomolekulare Medizin hat es sich zum Ziel gesetzt, das Wissen über die Orthomolekularmedizin in der Bevölkerung zu verbreiten, die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern und zu einer wesentlichen Verbesserung der gesundheitlichen Situation in der Bundesrepublik beizutragen.“

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