Geruchsverlust durch Long-COVID: Neuartige Injektionstherapie mit vielversprechenden Ergebnissen

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Hier eine sehr ausführliche Version des Artikels in einem informativen und unterhaltsamen Stil:

Dieser 10-Minuten-Eingriff weckt Hoffnung bei Geruchsverlust nach COVID

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen bei einer köstlichen Mahlzeit mit Familie oder Freunden. Der herrliche Duft des Essens steigt Ihnen in die Nase…doch von alledem nehmen Sie nichts wahr. Kein Aroma, keine fruchtige Note des Weins, kein feines Bouquet der Kräuter. Nicht einmal den intensive Geruch einer Zwiebel können Sie riechen. Ihr Essen schmeckt fade und geschmacklos, als würden Sie Pappe löffeln.


So oder so ähnlich geht es Millionen Menschen, die unter den Folgen von Long-COVID leiden. Konkret am sogenannten Post-COVID-Geruchsverlust, der medizinisch als Parosmie oder Anosmie bezeichnet wird.

Die Ursache liegt in der Beschädigung der Riechnerven durch das Coronavirus – die Überträger zwischen Nasenhöhle und Gehirn, die unsere Geruchswahrnehmung erst möglich machen. Ohne sie nimmt unser Riechzentrum keine Duftreize mehr wahr.

Ein quälendes Leiden (bisher) ohne Heilung

Betroffene leiden oft qualvoll unter diesem Zustand. Nicht nur der Genuss des Essens geht völlig verloren und führt zu Appetitlosigkeit. Auch emotionale Aspekte wie etwa der vertraute Geruch des Partners sind plötzlich nicht mehr wahrnehmbar, was das Leiden noch verstärkt.

Die Einschränkungen für die Lebensqualität sind gravierend, zumal es kaum wirksame Therapien gibt – Medikamente und Riechtraining bringen oft keine Linderung. Viele Betroffene resignieren innerlich. Ist eine Heilung dieses verheerenden Leidens überhaupt möglich?

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Hoffnungsschimmer aus der Wissenschaft

Forscher einer US-amerikanischen Klinik probierten nun einen neuartigen Ansatz. Sie identifizierten ein Cluster der Riechnerven im Halsbereich, den sogenannten Nervus stellatus oder Stellate-Ganglion.

Ihre These: Durch gezielte Ausschaltung und Reaktivierung dieses Nervengeflechts könnte man die gestörte Geruchswahrnehmung “resetten” und normalisieren.

Mithilfe einer CT-geführten Injektionsnadel spritzten sie ambulant eine Mischung aus Betäubungsmittel und Kortison direkt in den Nerv. Der minimal-invasive Eingriff dauerte nur knapp 10 Minuten.

Bemerkenswerte Behandlungserfolge

Und tatsächlich: Schon kurze Zeit später stellten über 58% der Patienten eine teils deutliche Verbesserung des Geruchssinns fest! Nach einem Monat waren es sogar über 80% der Teilnehmer.

Im Durchschnitt berichteten die Teilnehmer nach 3 Monaten eine 49%ige Verbesserung der Riechfähigkeit. Gab man nach 6 Wochen ergänzend eine zweite Injektion, kam es sogar zu einer weiteren 86%igen Steigerung des Therapieerfolgs.

Ebenso wichtig: Es traten keinerlei Nebenwirkungen auf. Die Forscher werten ihre Ergebnisse als echten Durchbruch auf dem Weg zu einer Heilung des weit verbreiteten Leidens.

Wie die Injektion wirkt

Noch lässt sich der Wirkmechanismus nicht vollständig erklären. Am wahrscheinlichsten erscheint eine “Rekalibrierung” der gestörten Nervenbahnen.

Die gezielte Ausschaltung der Nerven durch das Narkosemittel scheint ihre Aktivitätsmuster zurückzusetzen. Unter Zuhilfenahme des Kortisons kann sich die Signalübertragung dann wieder normalisieren – die Duftinformationen erreichen nach erneuter Aktivierung die Riechzentren des Gehirns wieder.

Somit erlangen die Nerven ihre ursprüngliche Funktion zurück – die Patienten können wieder riechen!

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Fazit: Mehr als ein Hoffnungsschimmer

Die Ergebnisse der Studie machen Hoffnung. Sie belegen, dass der teils als unheilbar geltende Geruchsverlust nach COVID-19 einer Behandlung zugänglich ist.

Über die Hälfte der Patienten konnten durch eine einfache, ambulante Injektionstherapie ihren Geruchssinn ganz oder teilweise zurück erlangen – ein sensationelles Ergebnis nach langem Leidensweg.

Zwar sind noch Folgestudien mit größeren Fallzahlen nötig. Doch vielen Menschen, die unter Parosmie oder Anosmie leiden, könnte damit die lang ersehnte Linderung ihres Leidens winken.

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Matthias Bojar
Matthias Bojar
Matthias ist Journalist im Wissenschaftsbereich und schreibt seit 2009 für verschiedene Publikationen Artikel zu gesundheitlichen Themen.

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