GAPS-Diät

Detox- und Entgiftungskuren waren ein großer Trend im letzten Jahr, in kaum einem Medium kam man um dieses Trendthema herum. Doch bewirkt eine Detox-Diät wirklich eine Entschlackung des Körpers? Und gibt es sowas wie Schlacke im Körper überhaupt?

Kurz gesagt: Nein. Denn nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Ablagerungen oder Giftstoffe, die sich im Körper ansammeln und durch eine Detox-Diät lösen lassen, nicht belegbar. Der menschliche Körper hat bereits einen sehr gut funktionierenden Mechanismus für die Entgiftung und die Beseitigung von Zellmüll, die sogenannte Autophagie. Für seine Erfolge bei der Erforschung des Autophagie-Mechanismus erhielt der Japaner Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis.

Der Mechanismus der Autophagie ist gleichzeitig einfach und hochkomplex. Molekularer Müll innerhalb der Zellen wird von einer Membran verpackt und in Grundbausteine zur Wiederverwertung zerlegt. Laut Studien ist die Autophagie ein wichtiger Mechanismus des Körpers zur Vermeidung schwerwiegender Erkrankungen.

Doch kann Detox einen solch komplexen und bereits im Körper stattfindenden Prozess durch Säfte, Schonkost oder Nahrungsergänzungsmittel ersetzen? Nein, ein solcher Effekt wurde durch Studien nicht belegt und ist auch höchst unwahrscheinlich, denn so etwas wie Schlacken, die in Detox-Konzepten eine wichtige Rolle spielen, existieren im Körper nicht.

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Die von vielen Detox-Anwendern beschriebenen Effekte, wie ein veränderter Körpergeruch oder ein Gefühl von Freiheit im Kopf oder Körper sind laut Ernährungsmedizinern eine natürliche Folge eines veränderten Stoffwechsels und kein Beleg für die reinigende Wirkung von Detox-Produkten. Zwar sei gegen gelegentlichen und maßvollen Saft-Konsum nichts einzuwenden, den Körper reinigen helfe er aber nicht.

Was sind Detox-Alternativen?

Immer mehr Mediziner und Forscher sehen das Fasten als einen wichtigen Bestandteil zur Förderung der körpereigenen Prozesse an. Die körpereigene Autophagie, die als eine Art Recycling fungiert, wird maßgeblich durch Insulin gehemmt. Somit führen längere Essenspausen und ein dadurch gesenkter Insulinspiegel dazu, dass die Autophagie angekurbelt wird. Daher werden Teilzeitfasten oder Fastenkuren von vielen Medizinern mittlerweile als sehr sinnvoll angesehen. Die Beschränkung der Nahrungsaufnahme auf wenige Stunden täglich kann also viele gesundheitlich positive Effekte mit sich bringen. Eine weitere Möglichkeit den Autophagie-Prozess anzukurbeln, kann die Einnahme von Spermidin, einem in vielen Lebensmitteln enthaltenen Polyamin, sein. Eine im Jahr 2018 veröffentliche Studie an der 829 Teilnehmer im Alter von 45-84 Jahren teilgenommen haben, legt eine Verbindung zwischen einer hohen Aufnahme von Spermidin und einer geringeren Sterblichkeit nahe. Zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Spermidin-Gehalt gehören Weizenkeime, getrocknete Sojabohnen und mindestens ein Jahr gereifter Cheddar-Käse.

Fazit zur Wirksamkeit von Detox

Detoxen ist ein interessantes Konzept, das wissenschaftlich aber in keiner Weise belegt ist. Der menschliche Körper verfügt bereits über verschiedene Mechanismen zur Zellreinigung, die völlig unabhängig von Saftkuren funktionieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in erster Linie einen Verzicht auf Alkohol und Nikotin, dass kann schon Detox genug sein.
Teure Saft-oder Detox-Kuren bringen dagegen, zumindest in den meisten Fällen, nur wenig positive gesundheitliche Effekte mit sich.

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Quellen: 

Spiegel Online
https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/detox-entschlacken-und-entgiften-was-bringt-das-a-1185155.html

NDR
https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Detox-Wie-sinnvoll-sind-Entgiftungprodukte,detox102.html

Spermidin
https://spermidin-kapseln.de/studien-zu-spermidin

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