Kurkuma wird in der Medizin in vielen unterschiedlichen Bereichen hoch angesehen. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch ein weiteres Einsatzgebiet herauskristallisiert: In Form der “goldenen Milch” wird das Ingwergewürz auch immer öfter als Hausmittel für die eigenständige Behandlung von Akne und Hautunreinheiten eingesetzt. Hier erfahren Sie, woher der Glaube an die hautpflegende Wirkung kommt, wie sich Kurkuma tatsächlich sinnvoll gegen Akne einsetzen lässt und wo die Grenzen des Hausmittels liegen.

Kurkuma in der Medizin

Kurkuma und der Wirkstoff Curcumin nehmen in der Medizin seit jeher eine besondere Rolle ein. Den meisten vor allem als Gewürz aus der Küche – und dabei unter anderem für die typische Farbgebung von Curry verantwortlich – bekannt, soll sich Curcumin auch für die Behandlung unterschiedlichster Krankheitsbilder eignen. In der ayurvedischen Medizin wird es seit langer Zeit unter anderem gegen Atembeschwerden, Rheuma, Müdigkeit und verschiedene Arten von Schmerzen eingesetzt – immer häufiger findet es in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aber auch bei Entzündungen, Magenproblemen und sogar bei der biologischen Therapie unterschiedlicher Krebsarten Verwendung. Eine zusätzliche Entwicklung, die sich vor allem in den vergangenen Jahren immer häufiger beobachten lässt: Kurkuma wird als eine Art “Wundermittel” gegen Akne und Pickel empfohlen.

Kurkuma-Effekte auf die Haut: Was ist bewiesen?

Die Gründe dafür sind schnell gefunden: Neben vielen anderen positiven Effekten auf den Körper, soll Curcumin auch entzündungshemmend wirken und die Haut bei der Regulation der Talgproduktion (= Hautfettproduktion) unterstützen. Da ein verstärktes Aufkommen von Hautfett eine der Hauptursachen für die Entstehung von Pickeln und anderen Aknesymptomen darstellt, wäre Kurkuma ein wesentlich effektiveres Hausmittel als die gängigen Empfehlungen, die sich meistens auf Aloe Vera oder Honig beziehen. Das Problem: Insbesondere die entzündungshemmende Wirkung konnte bisher in Studien nicht abschließend nachgewiesen werden. Ein positiver Effekt, der hingegen umfassende gezeigt wurde: Curcumin gehört zu den Antioxidantien. Da es so schädliche Moleküle (= “freie Radikale”) bekämpft, wird die natürliche Hautbarriere geschützt und die Hautalterung grundsätzlich verlangsamt.

Wird Kurkuma seinem Status als “Anti-Akne-Wundermittel” gerecht?

Dass Kurkuma einen positiven Effekt auf das Hautbild haben kann und sich dadurch auch für den Kampf gegen Pickel eignet, haben vor allem die Erfahrungen vieler Betroffener gezeigt. Den Status als “Wundermittel” hat der Wirkstoff dennoch mehr der anhaltenden Präsenz auf sozialen Netzwerken wie Instagram zu verdanken.

Insbesondere wenn die Akne über das Auftreten vereinzelter Mitesser und Pickel hinausgeht, kommt die “Behandlung” mit Kurkuma schnell an ihre Grenzen. Alleine schon deshalb, weil die entzündungshemmende Wirkung, die bei vielen medizinischen Akne-Mitteln eine zentrale Rolle spielt, kaum bis gar nicht vorhanden sein dürfte. Der richtige Weg, um einer Akne wirksam entgegenzuwirken, ist deshalb nach wie vor die professionelle Behandlung beim Dermatologen, die sich durch Angebote wie die Online-Beratung von Formel Skin mittlerweile auch einfach von zu Hause aus durchführen lässt. Wer Kurkuma gegen Akne einsetzen möchte, sollte es vor allem als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine professionelle Therapie betrachten.

Masken & Milch: Wann hilft Kurkuma tatsächlich?

Da Akne vorwiegend im Gesicht auftritt, werden Hausmittel in den meisten Fällen zu einer Maske verarbeitet. Auch hier ist der Umgang mit Kurkuma anders: Bisher konnten Studien nicht zeigen, dass der Curcumin-Wirkstoff seine positiven Effekte auch dann mitbringt, wenn er lediglich von außen auf die Haut aufgetragen wird. Da Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel aber nicht immer problemlos in den Speiseplan integrierbar ist, hat sich in den letzten Jahren – verbreitet als beliebter Social-Media-Trend – vor allem die sogenannte “goldene Milch” verbreitet.

Diese ist unter anderem als Fertigmischung, Paste oder Pulver erhältlich, lässt sich aber auch schnell selbst zubereiten. Die Grundidee: Anstatt eines Kaffees am Morgen, wird eine mit Kurkuma angereicherte Milch getrunken, um auf täglicher Basis etwas gegen die eigenen Hautunreinheiten zu tun. Dadurch hat sich innerhalb kürzester Zeit auch der Trend-Begriff “Kurkuma Latte” etabliert. Die zahlreichen Online-Rezepte variieren dabei stark und neben den Grundzutaten Pflanzenmilch und Kurkuma kommen häufig ergänzend Ingwer, Zimt, Süßungsmittel (z. B. Honig), aber auch Gerstengras oder Ankerkraut zum Einsatz.

Dass dabei die meisten Rezepte auf Pflanzenmilch basieren, hat ebenfalls einen einfachen Grund: Kuhmilch gehört mit zu den Lebensmitteln, die den Insulinspiegel des Körpers stark ansteigen lassen. Da eine erhöhte Insulinprodukion auch die Entstehung von Hautfett verstärkt, wird Menschen, die mit Akne zu kämpfen haben, grundsätzlich dazu geraten, auf sämtliche Milchprodukte und Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index zu verzichten.

Kurkuma bei Akne: Was gibt es zu beachten?

Ähnlich wie beim richtigen Rezept gibt es auch zu Aspekten wie der optimalen Kurkuma-Dosierung und der Konsum-Häufigkeit viele unterschiedliche Meinungen. Grundsätzlich wird Kurkuma auch in größerer Menge als ungefährlich eingeschätzt – Erfahrungen haben aber gezeigt, dass leichte Bauchschmerzen oder Magenverstimmungen ab einer täglichen Menge von 1 g Kurkuma keine Seltenheit mehr darstellen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere offizielle Stellen raten deshalb grundsätzlich dazu, eine Dosis von 3 g / Tag nicht zu überschreiten. Bei der Zubereitung der “goldenen Milch” ist es deshalb auch sinnvoll, die Dosierung erst mit der Zeit nach und nach zu steigern, um den Körper ausreichend daran zu gewöhnen.

Gänzlich auf die eigenständige Aknebehandlung mit Kurkuma sollte hingegen verzichtet werden, wenn parallel eine Lebererkrankung oder Diabetes vorliegt.

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