Rheumatoide Arthritis wird von sehr unangenehmen Symptomen wie Schmerzen in den Gelenken, Steifheit und Schwellungen – die alle auf die gleiche Ursache zurückzuführen sind: Entzündungen. Doch die wenigsten wissen, dass man hier mit der richtigen Ernährung eine deutliche Besserung erreichen kann.

Eine aktuelle Studie aus dem April 2021, veröffentlicht im Fachmagazin Arthritis Research & Therapy, zeigt, dass sich Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis (RA) meist stark pro-inflammatorisch (entzündungsfördernd) ernähren. Patienten, die sich langfristig anti-imflammantorisch (entzündungshemmend) ernährten, konnten einer Verbesserung der Symptome erreichen. Dabei zeigte sich eine mehr als 3,5 fach höhere Wahrscheinlichkeit den Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen.

Da die Studie über einen langen Zeitraum durchgeführt wurde, zeigt sich, wie stark der langfristige Einfluss der Ernährung auf Entzündungen sein kann. Und da eine entzündungshemmende Ernährung nicht nur viele positive gesundheitliche Vorteile mit sich bringt, sondern auch sehr lecker und abwechslungsreich sein kann, fällt es nicht schwer dies auch über einen langen Zeitraum durchzuhalten und in den täglichen Ernährungsplan einzubauen.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass dass eine Ernährung mit einem großen Anteil an mehrfach-ungesättigten Fettsäuren und pflanzlichen Ballaststoffen – zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren und viel Obst und Gemüse – das Risiko an rheumatoider Arthritis zu erkranken senken kann. Ebenso wird vermutet, dass sowohl die Ballaststoffe als auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren den Spiegel des C-reaktiven Proteins (CRP) senken können, das ein Indikator für Gelenkentzündungen ist. Studien haben auch gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Fisch mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, wie Lachs, Makrele, Hering Thunfisch oder Forelle dazu beitragen die Empfindlichkeit geschwollener Gelenke zu verringern.

Was genau diese positiven Effekte hervorruft, darüber haben die Forscher bisher nur eine Theorie. Zum einen könnten die Ballaststoffe vorteilhaft sein, zum anderen könnte dieser Effekt aber auch auf die in Obst und Gemüse enthaltenen Phytonährstoffe zur Verringerung der Entzündungen beitragen.

Gibt es gelenkfreundliche Lebensmittel überhaupt?

Obwohl es deutliche Hinweise darauf gibt, dass bestimmte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln Symptome von entzündlicher rheumatoider Arthritis lindern können, ist dazu weitere Forschung nötig. Besonders die Menge an bestimmten Stoffen, die aufgenommen werden müsste, ist bisher noch weitgehend unklar.

Sicher ist allerdings, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Magen-Darm-Trakt und Entzündungen gibt und dass die typische ernährungsweise westlicher Länder mit einem Übermaß an gesättigten Fetten und Zucker wesentlich dazu beiträgt entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis zu begünstigen.

Auch Übergewicht gilt als gesicherter Risikofaktor für entzündliche Erkrankungen. Überschüssiges Körperfett erzeugt Substanzen, die Entzündungen hervorrufen oder begünstigen können. Und gerade Lebensmittel, die viel Zucker, Fett, Salz oder stark verarbeitete Inhaltsstoffe enthalten begünstigen Entzündungen im ganzen Körper. Auch dass durch falsche Ernährung hervorgerufene Ungleichweicht der Darmflora trägt einen wichtigen Teil zu entzündlichen Erkrankungen bei. Inwieweit die Gabe von Probiotika hier hilfreich sein kann, wird derzeit in verschiedenen Studien geprüft.

Eine Ernährungsumstellung kann zwar dabei helfen die Symptome entzündlicher Erkrankungen zu reduzieren, aber vermutlich nicht soweit, dass auf andere Behandlungen verzichtet werden kann. Sie kann aber helfen die die Dosis der benötigten Medikamente zu senken und damit auch die einhergehenden Nebenwirkungen reduzieren.

9 Lebensmittel, die einen positiven Einfluss auf rheumatoide Arthritis haben können

1) Olivenöl kann einen ähnlichen Effekt haben wie nichtsteroidales Antirheumatika (NSARs)

Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Olivenöl werden schon seit längerer Zeit wissenschaftlich erforscht. In Regionen in denen die mediterrane Küche heimisch ist, wird mehr Olivenöl und Fisch verzehrt al in anderen Teilen der Welt. Dabei zeigt sich, dass die Menschen dort weniger Probleme mit entzündlichen Erkrankungen haben. Auch Diabetes und andere degenerative Gelenkerkrankungen sind dort weniger verbreitet.

Forscher haben herausgefunden, dass das in nativem Olivenöl enthaltene Oleocanthal einen ähnlichen Effekt auf die Unterdrückung von Schmerzsignalen hat wie nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDS), wie zum Beispiel Ibuprofen, hat. Dabei lässt sich natives Olivenöl ganz einfach in den täglichen Speiseplan, als Dressing zu Salaten, beim Kochen oder auch pur mit etwas Brot, einbauen.

2) Vitamin C aus Zitrusfrüchten hilft bei der Regeneration von Gewebe

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Zitrusfrüchte wie Orangen, Limetten, Zitronen oder Grapefruits sind besonders reich an Vitamin C. Dies ist wichtig für die Bildung von Kollagen im Körper, das beim Aufbau und der Regeneration von Sehnen, Bändern, Knochen und Blutgefäßen hilft. Ein ideales Lebensmittel für Menschen mit Arthrose. Ebenso enthalten Zitrusfrüchte entzündungshemmende Antioxydantien, die besonders bei entzündlichen Erkrankungen helfen können.

Zitrusfrüchte lassen sich ganz einfach in den täglichen Speiseplan integrieren. Als frisch gepresster Orangensaft zum Frühstück, eine halbe Grapefruit als Snack oder gepresstem Limettensaft als Dressing auf dem Salat. Eine tägliche Gesamtaufnahme von 75-90mg (Milligramm) von Vitamin C aus natürlichem Ursprung ist ein guter Richtwert.

3) Frische Beeren sind reich an Antioxydantien und können Entzündungen lindern

Beeren sind nicht nur lecker und erfrischend, sie lassen sich auch ganz einfach in die tägliche Ernährung einbauen. Nichts ist einfacher als mehrmals am Tag eine kleine handvoll Erdbeeren, Blaubeeren oder Himbeeren zu essen. Und noch besser – fast das ganze Jahr über gibt es Beerenobst auch regional aus Deutschland.
Die kleinen Powerpakete enthalten starke antioxidative Verbindungen wie Proanthocyane und Ellagsäure, die Entzündungen und Zellschäden bekämpfen. Da die Menge und Zusammensetzung je nach Beerenart variiert, ist Vielfalt hier besonders wichtig.

4) Möhren enthalten Vitamin-A und Beta Carotin

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Möhren, Kürbisse und Süßkartoffeln gehören unbedingt auch die Einkaufsliste einer Anti-Arthritis-Diät. Denn diese und viele andere Gemüsesorten mit orangener Färbung enthalten besonders viel Vitamin-A und Beta-Carotin. Beide Inhaltsstoffe sind bekannt dafür Entzündungen zu bekämpfen. Erhitzt man Möhren, Kürbis und Co. scheint dies die Verfügbarkeit der Vitamine noch zu erhöhen. Auch die Zugabe von etwas Fett hilft dem Körper dabei die Stoffe besser aufzunehmen. Regelmäßigkeit ist hier besonders wichtig, am besten baut man Möhren, Kürbis und Süßkartoffel fest in den täglichen Speiseplan ein.

5) Vollkornprodukte können helfen Gewicht zu verlieren und Schmerzen zu lindern

Dass Vollkornprodukte gesund sind, lange satt machen und das Risiko für Diabetes zu senken, ist seit langem bekannt. Diese Effekte sind vor allem auf die äußeren Teile des Korns, die Kleie, Endosperm und den Keim zurückzuführen. Um Mehl länger haltbar zu machen, werden diese besonders gesunden Bestandteile komplett entfernt.

Vollkorn ist eine wichtige Quelle für Ballaststoffe und andere Nährstoffe wie Kalium, Selen und Magnesium. Auch ist, besonders in Weizenkeimen, dass gesunde Polyamin Spermidin enthalten. Darüber hinaus können Vollkornprodukte dabei helfen abzunehmen und dadurch auch Schmerzen und weitere Symptome einer rheumatoiden Arthritis zu lindern.

Dabei fällt der Wechsel von Weissbrot zu Vollkornbrot und von normalen Nudeln zu Vollkornnudeln gar nicht schwer. Längst haben diese Produkte das abgestaubte Reformhausimage hinter sich gelassen und könne geschmacklich mit traditionellem Weißmehl mithalten. Aber auch eine Schale Haferflocken am Morgen macht nicht nur satt, sondern lässt sich auch wunderbar mit Beeren kombinieren.

6) Die Scharfstoffe im Ingwer reduzieren Entzündungen

Ingwer enthält, wie auch Zwiebeln, Verbindungen, die ähnlich wie entzündungshemmende Schmerzmittel wirken. Und dabei schmeckt die scharfe Wurzel auch noch wunderbar und lässt sich zum Würzen von Speisen einsetzen. Eine leicht scharfe Ingwer-Kürbissuppe oder ein Smoothie aus Beeren, Möhren und Ingwer schmeckt nicht nur lecker, sondern kann auch dabei helfen Entzündungen im Körper zu reduzieren. Doch ist bei der Dosierung von Ingwer Vorsicht geboten, denn die Inhaltsstoffe haben auch einen blutverdünnende Effekt. Dies kann in Kombination mit bestimmten medikamenten, unter anderem Warfarin, (Coumadin) unerwünschte Nebenwirkungen haben.

7) Ananas-Enzyme verringern Schwellungen

Ananas ist nicht nur reich an Vitamin-C, sondern enthält auch das Enzym Bromelain das sowohl bei Osteoarthritis als auch bei rheumatoider Arthritis eine Verringerung der Schmerzen bewirken kann. Dabei ist die Anas sehr vielseitig nutzbar. Ob Als Obstsalat, in herzhaften Gerichten oder als Smoothie, die Südfrucht ist ein tolles Anti-Arthritis Lebensmittel.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn Bromelain, besonders in Form hochkonzentrierter Nahrungsergänzungsmittel, kann das Risiko von Blutungen erhöhen. Besonders bei gleichzeitiger Einnahme von weiteren blutverdünnenden Medikamenten.

8) Kurkuma lindert Entzündungen

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Das aus der indischen Küche kaum wegzudenkende leuchtende gelbe Gewürz Kurkuma enthält viel Curcumin. Das natürlich vorkommende Polyphenol hat laut einer Studie aus dem Jahr 2015 aus dem Fachmagazin Food Chemical Toxicology eine stark antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Unklar ist allerdings, wieviel davon wirklich benötigt wird um die positiven Effekte auszulösen. Kurkuma in die tägliche Ernährung einzubauen ist allerdings so leicht, dass man es durchaus versuchen sollte.

9) Grüner Tee beruhigt die Gelenke

Grüner Tee enthält eine Fülle von gesundheitlich vorteilhaften Wirkstoffen. Besonders die Catechine haben die Fähigkeit Entzündungen zu verringern. Die Wirkung des Tees auf entzündliche Erkrankungen wird bereist seit langer Zeit wissenschaftlich untersucht. Eine im August 2017 veröffentlichte Studie in Toxicology and Applied Pharmacology berichtet, dass “der Konsum von grünem Tee eine allgemein entzündungshemmende Wirkung hat”. Auch eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2020 aus Annals of Nutrition and Metabolism zeigt, dass ein höherer Verzehr von grünem Tee mit geringerem Auftreten an entzündlichen Erkrankungen einhergeht.

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