Fast jeder kennt das unangenehme Brennen im Brustbereich, das einen befällt, wenn man wieder mal zu viel oder zu fettig gegessen hat: Sodbrennen!

Besonders die richtige oder falsche Ernährung haben starken Einfluss auf das Sodbrennen, wie Andrea Werner vom Portal sodbrennenhausmittel-tipps.de erklärt. Die Ursachen sind aber deutlich vielfältiger, als nur fettige, scharfe oder opulente Mahlzeiten. Auch Getränke, bestimmte Medikamente, Stress oder eine Schwangerschaft können starkes Sodbrennen bedingen (um nur einige Beispiele zu nennen).

Das unangenehme Gefühl entsteht durch sauren Speisebrei oder Magensäure, die in die Speiseröhre zurückschwappt und dort die empfindliche Schleimhaut reizt. Das „Ventil“ zwischen Magen und Speiseröhre, der sogenannte Sphinktermuskel (auch Magenpförtner genannt), schließt in diesen Fällen aus verschiedenen Gründen nicht richtig. So kann die aggressive Magensäure, die eigentlich zur Verdauung im Magen gedacht ist, in den empfindlichen Speiseröhreneingang gelangen. Das Brennen kann dabei so extrem werden, dass manche Menschen es mit einem Herzinfarkt verwechseln.

Auf Englisch heißt Sodbrennen demnach auch recht passend „Heartburn“ (also: Herzbrennen).

Laut Robert Koch Institut leidet fast jeder vierte erwachsene Deutsche zumindest gelegentlich darunter. Daher möchten wir Ihnen hier die besten Tipps vorstellen, um Sodbrennen zu vermeiden, sowie einige der effektivsten Hausmittel, um das Brennen schnell loszuwerden.

Tipps gegen Sodbrennen

  1. Bequeme Kleidung: Enge Sachen drücken auf den Magen und erhöhen so den Druck auf den Magenpförtner. Kleiden Sie sich am besten mit ausreichend bequemer, weiter Kleidung, um Sodbrennen zu vermeiden.
  2. Mehrere kleine Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendbrot. Von dieser traditionellen Verteilung der Mahlzeiten sollten Sie sich am besten lösen. Wir neigen sonst zu großen Portionen. Diese machen den Magen derart voll, dass auch wieder unnötiger Druck auf das Ventil zwischen Magen und Speiseröhre aufgebaut wird. Nehmen Sie am besten mehrere, kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten zu sich.
  3. Langsam essen: Nehmen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gründlich. So mischt sich genügend Speichel in den zerkauten Speisebrei. Der Speichel enthält wichtige Enzyme, die für die Verdauung mitentscheidend sind. Außerdem nehmen wir durch gutes Kauen dem Magen etwas „Arbeit“ ab.
  4. Säurelocker vermeiden: Speisen und Getränke, welche die Produktion von Magensäure provozieren (sozusagen „anlocken“) werden als Säurelocker bezeichnet. Diese gilt es möglichst zu vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel: saure, scharfe, fettige, extrem gewürzte sowie sehr zuckerhaltige Nahrungsmittel. Aber auch auf kohlensäure-, koffein- sowie sehr zuckerhaltige Getränke sollte besser verzichtet werden.
  5. Bewegung: Ein kleiner Spaziergang regt die Verdauung an und hilft so, Sodbrennen vorzubeugen.
  6. Kein Alkohol (oder wenig): Auch der Alkohol fördert die Magensäureproduktion. Es gibt aber noch eine weitere Eigenschaft des Alkohols, die dem Sodbrennen sozusagen in die Hände spielt: Alkohol entspannt die Muskeln und somit auch den Magenpförtner.
  7. Rauchen vermeiden: Auch Nikotin zählt zu den Säurelockern – kurbelt also die Säureproduktion an. Und ähnlich dem Alkohol, schwächt das Nikotin den Sphinktermuskel und begünstigt so den Säurerückfluss.
  8. Nicht spät essen: Zu spätes Essen bewirkt, dass sich noch unverdauter Speisebrei im Magen befindet, wenn man sich hinlegt. Durch die liegende Position wird es dann der Magensäure, die noch an der Verdauung arbeitet, rein physikalisch leichter gemacht, in die Speiseröhre zu laufen (sie muss ja nicht mehr nach oben steigen).
  9. Oberkörper hochlagern: Wer leicht zu Sodbrennen neigt, sollte am besten mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen. Dadurch wird der Rückfluss für die Säure deutlich erschwert. Übrigens: Wenn Sie darauf achten, auf der linken Körperseite zu liegen, hilft das ebenfalls dem Sodbrennen vorzubeugen, denn der Speiseröhreneingang befindet sich anatomisch gesehen auf der rechten Körperseite.
  10. Stress vermeiden: Stress und Hektik sind mächtige auslösende Faktoren für Sodbrennen (und viele andere Beschwerden). Versuchen Sie regelmäßig zu entspannen, vielleicht zu meditieren.

Für unsere visuellen Leser gibt es die 10 Tipps hier nochmal als Infografik auf einen Blick:

3 beste Hausmittel gegen Sodbrennen

Wenn es aber doch mal schnell gehen muss, dann müssen nicht immer gleich Säureblocker oder ähnliche Medikamente her. Es gibt diverse natürliche, sehr effektive Hausmittel gegen Sodbrennen, die jeder zu Hause hat.

  1. Stilles Wasser: Eine griechische Studie hat belegt, dass einfaches stilles Wasser den Säurepegel schneller senkt, als alle Medikamente [Quelle 1]. Trinken Sie bei Sodbrennen also am besten einfach ein bis 2 große Gläser stilles Wasser. Das verdünnt die Säure und das Brennen sollte sehr schnell nachlassen (laut Studie in weniger als 1 Minute).
  2. Ingwer: In einem Artikel der Zeitschrift “Molecular Research and Food Nutrition” wurde festgestellt, dass ein bestimmter Inhaltsstoff des Ingwers 6 bis 8-mal wirksamer ist, die Säurebildung zu hemmen, als ein darauf spezialisiertes Säureblocker-Medikament [Quelle 2]. Nehmen Sie bei Sodbrennen am besten etwas frischen Ingwer zu sich (der eingelegte, den es zum Sushi gibt, hilft nicht). Oder es gibt auch Ingwerkapseln, die ebenfalls – etwas weniger effektiv – helfen.
  3. Heilerde ist das einzige Naturheilmittel, das in Deutschland offiziell als Medikament zugelassen ist. Sie ist ein ultrafeines Pulver, welches in der letzten Eiszeit entstand. Aufgrund der großen Oberfläche, die sich durch den extrem feinen Mahlgrad ergibt, kann Heilerde zur innerlichen Anwendung sehr gut die überschüssige Magensäure absorbieren. Heilerde ist dabei ein sehr empfehlenswertes, effektives Mittel bei Sodbrennen. 80% der Teilnehmer einer Studie an der Berliner Charité beurteilten den Erfolg der Heilerde gegen ihr Sodbrennen als gut oder sehr gut [Quelle 3].

Fazit

So vielfältig wie die Ursachen für Sodbrennen sind auch die Mittel dagegen. Es muss allerdings nicht immer gleich zu Antazida- oder Säureblocker-Medikamenten gegriffen werden, wenn es mal brennt hinter dem Brustbein.

Einerseits gibt es einige einfache und logische Tipps, die Sodbrennen effektiv vorbeugen. Werden diese konsequent in den Lebensstil integriert, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich weniger Beschwerden haben, ohne jegliche Einnahme von Medikamenten.

Des Weiteren kursieren viele Hausmittel im Internet. Einige davon sind effektiv, andere sind es nicht, oder sogar schädlich. Drei der effektivsten Hausmittel, zu deren Wirksamkeit es auch wissenschaftliche Studien gibt, haben wir hier für Sie vorgestellt.

Denken Sie beim nächsten Sodbrennen also vielleicht nicht gleich an Medikamente, sondern „löschen“ Sie das Feuer mit einem bewährten Hausmittel und beherzigen Sie am besten unsere Tipps, um das unangenehme Brennen beim nächsten Mal ganz zu vermeiden.

Quellen

  1. Karamanolis, G., Theofanidou, I., Yiasemidou, M. et al. A Glass of Water Immediately Increases Gastric pH in Healthy Subjects. Dig Dis Sci 53, 3128–3132 (2008).
  2. Mugur N Siddaraju 1, Shylaja M Dharmesh. Inhibition of Gastric H+, K+-ATPase and Helicobacter Pylori Growth by Phenolic Antioxidants of Zingiber Officinale. Mol Nutr Food Res. 2007 Mar;51(3):324-32.
  3. Dr. rer. nat. Uehleke, Bernhard: Heilerde bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen, Karl F. Haug Verlag (2014)

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